Theaterstück „Täterinnen“

Die Geschichtswerkstatt Tübingen ist Mitveranstalter des Theaterstücks „Täterinnen. Ein Stück über brave Mädels und Nazi-Omas“, das seit April 2016 im Landestheater Tübingen (LTT) aufgeführt wird und weibliche Täterschaft im Nationalsozialismus und der heutigen rechten Szene zum Gegenstand hat. Das Projekt brachte eine ungewöhnliche Mischung von Akteuren zusammen: den Theaterjugendclub am LTT (tjc), der vorwiegend aus Schülerinnen und Schülern besteht, das Frauentheater Purpur, dessen Mitglieder zwischen 50 und 90 Jahre alt sind, und die Geschichtswerkstatt Tübingen e.V. Dabei entstand eine spannende Zusammenarbeit zwischen jung und alt zu den Themen Frauen, Gewalt, Nationalsozialismus und Rechtsradikalismus heute.

Die Geschichtswerkstatt arbeitet auf vielfältige Weise am Projekt mit: So gab sie ihre Expertise über einzelne in das Stück aufgenommene lokale NS-Täterinnen, wie die Tübinger Rassenanthropologin Sophie Ehrhardt (1902-1990) oder die ehemalige 'Reichsfrauenführerin' Gertrud Scholtz-Klink (1902-1999), die nach Kriegsende in Bebenhausen bei Tübingen lebte. Mitglieder der Geschichtswerkstatt boten den beiden Theatergruppen auch mit einer historischen Stadtführung einen Überblick über die Lokalgeschichte des Nationalsozialismus und die Tübinger Täterinnen und Täter. Darüber hinaus unterstützt die Geschichtswerkstatt das Theaterprojekt nicht nur selbst finanziell, sondern beantragte auch mit Erfolg eine Projektförderung durch die Landeszentrale für politische Bildung. 

szene-theaterprojekt-taeterinnen_1.jpgTheaterstück "Täterinnen". Foto: David Graeter, Landestheater Tübingen (LTT) 

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