Bilder Synagoge und jüdischer Friedhof Rexingen

Sa, 04/11/2015 - 11:55 -- p205167

Ein Beitrag von Marc Schauecker
Bei einem Besuch in Rexingen im Juni 2014 sind die folgenden Bilder von der Synagoge und dem jüdischen Friedhof entstanden. Zum Start der Diaschau auf ein Bild klicken.
Die unten stehenden Informationen zur Geschichte der Rexinger Juden sind hagalil.com entnommen:

REXINGEN
liegt rund 40 km südwestlich von Stuttgart in der Nähe der Bundesstrasse 14, westlich von Horb.
* Ehemalige Synagoge aus dem Jahre 1838
* Friedhof aus dem Jahre 1760

Juden, die vor den Chmielniecki-Massakern in Polen geflüchtet waren, siedelten sich 1650 in Rexingen an. 1710 bauten sie eine Synagoge und 1760 kauften sie Land für einen Friedhof. Die Emanzipation im 19. Jahrhundert ermöglichte den Rexinger luden, Land zu kaufen, es zu bewirtschaften, Handel zu treiben, auch mit Pferden und Rindern, oder Bäcker, Fleischhauer und Gastwirte zu werden. 
Mitte des 19. Jahrhunderts war die Hälfte der Bevölkerung Rexingens jüdisch, aber danach schrumpfte die Jüdische Gemeinde und 1933 gab es nur mehr 262 Juden in Rexingen. Davon konnten etwa vierzig Prozent nach Palästina auswandern, wo sie Shawej-Zion in der Nähe von Naharijah gründeten. 126 Juden aus Rexingen wurden deportiert, nur drei überlebten.
Das Innere der Synagoge, 1838 im klassizistischem Stil erbaut, wurde 1938 schwer beschädigt. Heute ist die ehemalige Synagoge eine protestantische Kirche. Über dem Eingang ist eine Inschrift in deutscher und hebräischer Sprache (Dies ist nichts anderes als das Haus G'ttes, und das ist das Tor zum Himmel) und eine Gedenktafel für die Opfer der Nazi-Herrschaft zu sehen. Das Innere wurde völlig verändert. Die ehemalige Synagoge steht in der Freudenstädterstrasse 16.
Der Friedhof aus dem Jahre 1760 liegt auf einem bewaldeten Hügelabhang in der Kirchstrasse. Es gibt Hinweistafeln. Manche der Grabsteine zeigen Kronen, und manche sind sehr alt. Im neueren Teil des Friedhofes steht ein Denkmal für die Opfer des Naziterrors. Den Schlüssel erhält man im Rathaus, im Büro des Bürgermeisters.

Auf den Seiten der Horber Ortsgemeinde Rexingen erfahren wir noch:

Über 300 Jahre war Rexingen Heimat für eine jüdische Gemeinde. Als Schutzjuden von den Johannitern in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges aufgenommen, entwickelte sich eine Judengemeinde, die bis zu etwa einem Drittel der Einwohnerzahl von Rexingen angewachsen ist. 1712 bauten sie ihre erste Synagoge, erhielten 1760 einen eigenen Friedhof und errichteten 1837 eine neue größere Synagoge. Zwischenzeitlich waren aus den Schutzjuden gleichberechtigte Bürger geworden und die Rexinger Pferde- und Viehhändler waren überall im Land bekannt. Im Gemeinderat waren sie entsprechend vertreten und haben Straßenbau, Strom- und Wasserversorgung mit vorangetrieben. Als 1933 der Nationalsozialismus zur Macht kam, begann die Auswanderung der Rexinger Juden vornehmlich in die USA und nach Palästina. Eine geschlossene Gruppe von Auswanderern wurde am 6. Februar 1938 in der hiesigen Synagoge feierlich nach Palästina verabschiedet, wo diese dann wenige Wochen später den Ort Shavei Zion mitgegründet und aufgebaut haben. Ein Drittel der jüdischen Bevölkerung von Rexingen ist in den Vernichtungslagern im Osten umgebracht worden. Ein Mahnmal im Judenfriedhof erinnert an die Opfer der Judenverfolgung von 1933 bis 1945. Der jüdische Friedhof ist mit 1136 Gräbern und 931 erhaltenen Grabsteinen der drittgrößte in Württemberg und wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt in umfassender Weise 1993 bis 1996 inventarisiert. Mit dem Titel "In Stein gehauen" wurde dann 1997 ein reichlich bebildertes Buch herausgebracht, in dem der Judenfriedhof und die Geschichte der Judengemeinde Rexingen umfassend dargestellt werden.

In der sogenannten Kristallnacht (08./09. November 1938) wurde die Inneneinrichtung der Synagoge demoliert und Feuer gelegt. Das Gebäude wurde von der Feuerwehr gerettet und diente in den Kriegsjahren als Lagerraum. Im Jahr 1952 hat es die evangelische Kirchengemeinde von der Gemeinde Rexingen gemietet und renoviert und nutzt die ehemalige Synagoge als Kirche und Gemeindezentrum. Seit der Eingemeindung 1971 war die Stadt Horb Eigentümer und hat das Gebäude dem 1997 gegründeten "Träger- und Förderverein EHEMALIGE SYNAGOGE REXINGEN" überlassen. Dieser Verein hat es sich u. a. zur Aufgabe gemacht, die jüdische Geschichte der Stadt Horb und der Teilorte aufzuarbeiten, den jüdisch-christlichen Dialog zu fördern und an der Restaurierung und Erhaltung der ehemaligen Synagoge bei Fortführung als evangelisches Gemeindezentrum mitzuwirken.

Abbildungen:
alemannia-judaica.de

 
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