Täterbuch

Täterbuch

Buchprojekt über Tübinger NS-Akteur_innen
Tübingen war eine regionale Hochburg des Nationalsozialismus. Angehörige der Universität, der Garnison und der Verwaltung trugen maßgeblich zur Durchsetzung des nationalsozialistischen Regimes bei und beteiligten sich an Verbrechen. Vom Blockwart bis zum NSDAP-Kreisleiter, von Arisierungsprofiteur bis zum Rassenforscher, vom lokalen Polizeichef bis zum Einsatzgruppentäter  zeigte sich ein breites Spektrum der Beteiligung von Tübinger_innen in Nationalsozialismus.
Der Erfolg des Stuttgarter NS-Täterbuchs, das 2009 erschien, inspirierte die Geschichtswerkstatt Tübingen e.V. und den Verein Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus e.V. dazu, ein ähnliches Projekt mit Bezug auf Tübingen ins Leben zu Rufen. Ziel ist es, gemeinsam einen Band zu erarbeiten, der Akteure des nationalsozialischen Tübingens portraitiert, um so einen Überblick über lokale Täter, deren Motive und Spielräume zu geben. Hierbei wird auf die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche, Zeitphasen und Grade der Täter_innen eingegangen.

Der Band wird sich anhand von Tätigkeitsbereichen wie Universität, Partei oder Verwaltung untergliedern. Nach einführenden Texten, die den jeweiligen Tätigkeitsbereich knapp erläutern, sollen ausführliche biographische Beiträge über noch nicht erforschte Tübinger NS-Akteure folgen. Tübinger Täter_innen, über die bereits Biographien vorliegen, werden in Kurzbiographien dargestellt.

 

Rassenkundlicher-Unterricht.jpgSophie Erhardt (1902-1990) 1951 beim Unterricht im Anthropologischen Institut. Bevor sie 1942 Mitglied der Tübinger Universitätfakultät wurde, arbeitete sie an der systematischen Erfassung rassicher Merkmale von Sinti und Roma.
(Bildnachweis: Scan des Tübinger Stadtarchivs nach einemOriginal vom Anthropologischen Institut, Universität Tübingen)