Geschichtspfad zum Nationalsozialismus

Geschichtspfad zum Nationalsozialismus

Am 8. Mai wurde im Rathaus Tübingen der Geschichtspfad zum Nationalsozialismus eröffnet. Der Geschichtspfad mit 16 Stationen ist in Text und Bild auch online: www.tuebingen.de/ns_geschichtspfad Flyer zum Geschichtspfad

Die Geschichtswerkstatt bietet öffentliche Führungen an:
Falls Sie Führungen für Schulklassen und andere Gruppen wünschen, wenden Sie sich bitte an:

info@geschichtswerkstatt-tuebingen.de, Tel. 07071-763555, Handy: 0174-3046043

Der Geschichtspfad zum Nationalsozialismus führt in der Innenstadt von Tübingen an 16 Stellen zu authentischen Orten des Nationalsozialismus. Ein Schwerpunkt ist die Ausgrenzung und Verfolgung der früheren jüdischen Bewohner von Tübingen.
Der Geschichtspfad besteht aus 16 Stationen. An jeder Station – erkennbar an einer Stahl-Stele – wird über die Geschichte des jeweiligen Ortes informiert. Über einen QR Code können viele weitere Informationen abgerufen werden. Der Pfad folgt keiner bestimmten Reihenfolge, jede Stele kann für sich gelesen werden. Der Pfad kann – muss aber nicht – am Denkmal Synagogenplatz begonnen werden.
Der Geschichtspfad wurde initiiert von der Geschichtswerkstatt, an der Konzeption hat sich die Universität Tübingen mit dem Arbeitskreis Universität im Nationalsozialismus Tübingen beteiligt, da an der Universität Zwangssterilisationen und rassekundliche Forschungen betrieben wurden.

Tübingen war schon vor 1933 eine regionale Hochburg des Nationalsozialismus. Die Universität brüstete sich schon 1933 damit, dass sie judenfrei sei. Der Gemeinderat setzte 1933 als erste Stadt reichsweit den sogenannten Freibadbeschluss durch, wonach jüdischen Bürgern der Besuch des Freibads verboten war. Auch einige der am Holocaust und der Deportation jüdischer Bürger an höchster Stelle direkt beteiligten Nationalsozialisten stammen aus Tübingen.
Die Geschichtswerkstatt hat sich daher schon früh für einen Geschichtspfad eingesetzt mit dem Ziel, nicht nur die Tübinger Bürger, sondern auch die vielen Besucher Tübingens nicht nur mit seiner ruhmreichen Geschichte, sondern auch auch über die Beteiligung Tübingens an den Verbrechen des Nationalsozialismus zu informieren.

Die Stadt Tübingen beteiligt sich an der Realisierung und der Finanzierung des Geschichtspfades . Für die Konzeption und die Texterstellung sind die Mitglieder des Arbeitskreises Geschichtspfad (bestehend aus Mitgliedern der Geschichtswerkstatt, des Arbeitskreises Universität im Nationalsozialismus, der Jugendguides, des Jugendgemeinderats und des Kulturamts. Mit der grafischen Gestaltung und der Realisierung wurde das Ulmer Büro Braun und Engels beauftragt.

 

SWR Beitrag zum Geschichtspfad zum Nationalsozialismus: Dem "braunen" Tübingen auf der Spur

Die Stationen:

  1. Gartenstraße 33: Denkmal Synagogenplatz
  2. Jugendherberge: Sitz der Hitlerjugend
  3. Bursagasse 18:
    Täter des Holocaust – Theodor Dannecker
  4. Ecke Holzmarkt/Neue Straße:
    Ein Beispiel für „Arisierung“
  5. Münzgasse 13:
    Polizei und Verfolgung im Nationalsozialismus
  6. Schloss: Wissenschaft und Verbrechen im
    Nationalsozialismus
  7. Rathaus: Zerstörung der kommunalen Demokratie
  8. Saal im Löwen:
    Treffpunkt der Tübinger Arbeiterbewegung
  9. Nervenklinik:
    Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus/
    Zwangsarbeit in Stadt und Universität
  10. Neue Aula: Die Universität Tübingen
    im Nationalsozialismus
  11. Wilhelmstraße 24: NSDAP-Kreisleitung
  12. Silcherdenkmal: Die Vereinnahmung der Künste
    im Nationalsozialismus
  13. Uhlandstraße 15: Familie Hayum –
    Engagement für Demokratie und Wohlfahrt
  14. Ecke Karlstraße/Friedrichstraße: Antisemitismus vor 1933,
    Uhlandstraße 2: Albert Weil – innovativer Verleger
    der Tübinger Chronik
  15. Schellingstraße 2: Die Wehrmacht in Tübingen
  16. Güterbahnhof: Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen