Die jüdische Tübinger Familie Hirsch - Ein Veranstaltungsecho

Die jüdische Tübinger Familie Hirsch - Ein Veranstaltungsecho

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80 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938, das auch hier in Tübingen von den Nationalsozialisten verübt wurde, gedenken und erinnern wir und andere Initiativen sowie die Stadt Tübingen mit einem umfangreichen Programm an die Gräueltaten, die am 9. November 1938 und während der gesamten 12 Jahre zwischen 1933 und 1945 jüdischen Menschen angetan wurden. Weitere Veranstaltungen entnehmen sie bitte dem Flyer, den Sie auch dem Infotisch finden können. Wir möchten darauf aufmerksam machen, welcher Verlust durch diese Verbrechen bis heute für all Überlebenden, Angehörigen und die gesamte Gesellschaft entstanden ist.

Nachdem wir in der Kronenstrasse vor dem Haus Nr. 6 eine temporäre Stele aufgestellt haben, um der Familie Hirsch, die dort über drei Generationen wohnte und arbeitete, zu gedenken, möchten wir und nun etwas ausführlicher mit einzelnen Mitgliedern dieser Familie auseinandersetzen.

Die Familie Hirsch ist eine von mehreren jüdischen Familien, die um die Jahrhundertwende und im frühen 20. Jahrhundert in Tübingen lebte. Es ist nicht die einzige Familiengeschichte, die auch im Kontext der Zeit, d.h. ihrer gesellschaftlichen und politischen Situation, gelesen werden kann. Es ist auch nicht die einzige Tübinger Familie, die von der diskriminierenden und vernichtenden Politik der Nationalsozialisten betroffen war.

Was sie besonders interessant macht ist unter anderem ihre besondere Beziehung  zur Stadt Tübingen. Über drei Generationen wohnte die Familie in der Kronenstraße 6, keine drei Gehminuten entfernt vom Markplatz. Sie betrieb in dieser Zeit einen Kleiderladen, der von ärmeren und reicheren, jüdischen und nicht-jüdischen Tübinger*innen aufgesucht wurde. Die Familie Hirsch war bekannt und beliebt. Und zuletzt ist da auch noch das berühmtetste Familienmitglied  Fritz Bauer.

Es sind interessante aufschlussreiche Selbstzeugnisse  von Familienmitgliedern erhalten, die eine Aufbereitung, wie wir sie heute versuchen, so verlockend machen. So können wir uns etwa auf Leopold Hirschs auf Erlangung des Bürgerrechts  zurückgreifen und auf eine fast 100 Seiten lange, 1934 von Robert Hirsch verfasste Autobiografie. Von Fritz Bauer gibt es Interviewaufzeichnungen, in denen er u.a. auf seine Kindheitserinnerungen an Tübingen und seine Familie eingeht. 

Download der Stele zur Familie Hirsch

Download Tagblattartikel zur Veranstaltung mit freundlicher Genehmigung von Manfred Hantke

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