Jüdischer Friedhof Buttenhausen

Mo, 07/20/2015 - 12:48 -- p205167

Buttenhausen, im idyllischen Lautertal gelegen, ist ein weiterer von mir besuchter und fotografisch in Teilen dokumentierter jüdischer Friedhof in der weiteren Umgebung von Tübingen. Weiter unten sind einige Informationen zu  Buttenhausen und dem Friedhof zu lesen.

Jüdischer Friedhof an der Mühlhalde

1789 wurde von den Freiherren von Liebenstein entsprechend den Zusicherungen des "Judenschutzbriefs" ein Platz oberhalb der jüdischen Siedlung für einen Friedhof zur Verfügung gestellt. Mit dem Wachstum der Gemeinde vergrößerte sich die Anlage. Anders als bei den christlichen Begräbnisplätzen dürfen die Gräber der Juden nicht aufgelassen werden. Deshalb haben sich Grabzeugen aus beinahe der gesamten Zeit jüdischer Siedlung in Buttenhausen erhalten.

Die ältesten Grabdenkmäler sind noch ausschließlich hebräisch beschriftet. Der größte Teil des Friedhofs aber enthält Steine aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die den reichen Formenschatz historisierender Architekturformen zeigen. Hier gewinnt man auch einen Einblick in die vielfältige Symbolsprache jüdischer Grabdenkmäler, die Rückschlüsse auf Ämter oder Familiennamen zulassen. So stehen die segnenden Hände für den "Kohen", den Priester, auf den auch der Familienname Kahn zurückgeht. Der Krug verweist auf rituelle Reinheit, die dem StammLevi eigen ist. Dieses Bild findet sich bei Familiennamen wie Löw/Löb, Levi oderLöwenthal. Grabsteine des 20. Jahrhunderts, die sich im oberen Teil des Friedhofs befinden, haben wie ihre christlichen Pendants einfachere Formen aus Kunststein. Der Friedhof wurde 1967 durch das Land Baden-Württemberg wieder hergerichtet und mit einem Gedenkstein für die jüdische Gemeinde versehen. Eine Inventarisierung der Grabsteine führte das Landesdenkmalamt zwischen 1990 und 1997 durch.
Text zum jüdischen Friedhof, entnommen www.buttenhausen.de

Ein Auszug aus der Website http://www.pantel-web.de

„Schließlich stehen oberhalb des Ortes im jüdischen Friedhof in mehreren Reihen weit über 100 steinerne Grabmäler mit hebräischen und deutschen Inschriften. 
Diese steinernen Zeugen erinnern daran, daß in diesem Dorf Buttenhausen Juden und Christen eng zusammenlebten und daß im vorigen Jahrhundert für ein paar Jahrzehnte hier so viele Juden wie Christen gelebt hatten. Der einzige Unterschied war nur: die einen gingen in die evangelische Kirche, die anderen in die Synagoge; die einen hatten am Sonntag ihren Feiertag, die anderen am Freitagabend und Samstag. 
Weniger aus wohltätigen, vielmehr aus finanziellen Gründen hat Freiherr Philipp Friedrich von Liebenstein im Jahre 1787 in dem reichsritterschaftlichen Dorf Buttenhausen jüdische Familien angesiedelt. Er erhoffte sich von den Juden eine wirtschaftliche Belebung seines Dorfes. In einem Schutzbrief wurden den Juden eine Reihe von Rechten eingeräumt: 
- Sie durften "alle im Reiche erlaubten Commercia" (Handelsgeschäfte) verrichten; 
- sie erhielten kostenlos die Plätze für ihre Häuser; 
- sie waren frei von Frondiensten; 
- sie erhielten einen eigenen Begräbnisplatz. 
Dafür mußte jede Familie jährlich ein Schutzgeld von 12 Gulden an den Grundherrn bezahlen. Recht phantasievoll und genau geregelt waren weitere Abgaben an den Freiherrn. Bei der Beerdigung einer verheirateten Person z.B. mußten ihm beispielsweise 2 Gulden, bei Unverheirateten 1 Gulden abgetreten werden. Die Juden bezahlten auf diese Weise die größten Steuersummen in Buttenhausen. 1870 verzeichnen die Einwohnerlisten 442 jüdische Personen bei einer Gesamteinwohnerzahl von 800. In 46 von 100 Häusern wohnten Juden. Es gab eine Synagoge, ein Rabbinatsgebäude, ein jüdisches Armenhaus und ein Bad. 1902 ließ die nach München verzogene Familie Bernheimer eine vierklassige Realschule bauen und versah sie mit einer Stiftung. Damit konnten Kinder aus Buttenhausen ohne Rücksicht auf ihre Konfession unentgeltlich eine Realschule besuchen. Während der Inflationszeit in den 20er Jahren wurde das Stiftungskapital wertlos, so daß die Schule schließen mußte. Nur die Inschrift erinnert heute noch an diese Einrichtung. 
Jüdische Bürger aus Buttenhausen richteten eine Gemeindebibliothek ein, bauten für das ganze Dorf eine "Kleinkinderschule", spendeten Beiträge für die Dorfbeleuchtung und stifteten die Uhr der Dorfkirche. 
Das Verhältnis zwischen christlichen und jüdischen Einwohnern blieb bis 1933 unverändert gut. Die Juden nahmen regen Anteil am Gemeindeleben. Immer saßen einer oder mehrere jüdische Einwohner mit im Gemeinderat. 
Die nationalsozialistische Herrschaft zerstörte das friedliche Nebeneinander. Einigen jüdischen Familien gelang es in die Schweiz oder in die Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern. Beim ersten Brandanschlag auf die Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 trat der christliche Bürgermeister Hirrle den Brandstiftern mit einer Pistole entgegen. Die örtliche Feuerwehr konnte den bereits gelegten Brand im Keime ersticken. Wertvolle Kultgegenstände wurden so in Sicherheit gebracht. Am Vormittag des 10. November tauchten erneut SA-Leute in Buttenhausen auf, setzten den Bürgermeister auf dem Rathaus fest, zündeten die Synagoge an und verhinderten jeden Löschversuch. 1939 wurde die jüdische Gemeinde aufgelöst. Die von anderen Orten zugewiesenen Juden, zum Beispiel aus einem Altersheim in Heilbronn, mussten Buttenhausen 1941 wieder verlassen. „

Buttenhausen-juedischer-Friedhof
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